RICH HOPKINS & LUMINARIOS Freitag, 5. Mai 2017

Rich Hopkins ist als Gitarrist und Songschreiber gereift. Seine Musik verkörpert den romantischen Südwesten der USA in Rock’n’Roll-Form, wüstensturmartige Songs mit unwiderstehlichen Hooks und viel Herz. Durch diese Songs pumpt das Blut in einer Art, die deutlich macht, dass für Hopkins nichts mehr zählt als der Song. Diese Musik ist so etwas wie die hörbar gemachte Entsprechung von Regenschlieren in Sandstein – voller zeitloser Schönheit, in anmutig wechselhafter Form, aber stets formbar, kräftig und voller Wucht.

Sicher, das mag wie die üblichen Übertreibungen in einer Künstler-Bio klingen, doch überall in der Welt gibt es ansehnliche Zuschauermengen, die Hopkins schon seit Jahren als Lebensretter des Wüstenrocks sehen, die sein Gitarrenspiel und seine rauen, idealistischen Songs seit seiner Major-Label-Zeit mit den Sidewinders (später umbenannt in Sand Rubies) in den späten 80ern und mit Rich Hopkins & Luminarios lieben. Auf knapp zwei Dutzend Alben, alle überzeugend und subtil-dramatisch wie ein sich aufschaukelnder Monsun und trotzdem voller Freude.

Unterwegs begegnete er der Texanerin Lisa Novak, einer Songschreiberin, deren Art, Geschichten zu erzählen, an gute Kurzgeschichten erinnert und deren Songwriting und Stimme wie eine staubige Mischung aus Emmylou Harris und Aimee Mann klingen – obwohl derlei Vergleiche nie die ganze Wahrheit abbilden.

Hopkins und Novak musizieren seit 2006 miteinander, geheiratet haben sie mittlerweile auch. Sie haben zusammen an fünf Luminarios-Alben gearbeitet. Das Album My Way Or The Highway bewegt sich zwischen rootsig schönem Boy-Girl-Rock’n’Roll, Garagenrock, hartem Country-Rock und sogar Hip Hop. Nicht einfach, das hinzukriegen.

Sie haben das Album überwiegend in Austin, Texas und zum Teil in Tucson, Arizona aufgenommen und gemeinsam mit Lars Goransson produziert. Zu den hochkarätigen Gastmusikern gehören Bassist George Reiff aus der Band von Joe Walsh und Alejandro Escovedos toller Gitarrist Jon Sanchez.

Songs wie das Instrumental “Lost Highway” oder der epische Storysong “Angel Of The Cascades” mit seinem erlösenden Ende nehmen den Hörer mit in Wüstenlandschaften voll ausgetrockneter Flussbetten und dürrer Mesquitebäume. Das von Novak gesungene “Want You Around” ist ein umwerfend schöner Song, der mit seiner Mischung aus süßem Popfolk und Twang in einer gerechten Welt ein Hit wäre. Das halb-zärtliche „Come Hell Or High Water“ bringt eine Anspielung auf die Beatles in einer Abhandlung über verletzten Stolz unter. „If You Want To“ ist eine Country-Rock-Verneigung vor den großen Southern Rock-Bands der Vergangenheit mit einigen Stars der Tucson-Szene wie dem früheren Bob-Dylan-Drummer Winston Watson.   

Auf „Meant For Me“, das von Hopkins‘ herausragenden Neil-Young-in-der-Wüste-Riffs getragen wird, rappt Tucsons herausragender Hip Hop-Künstler Cesar Aguirre über persönliche Freiheit – eine umwerfende musikalische Mischung.

Songs wie das hypnotische “Gnashing Of Teeth” und “Walkaway Again”, ein Stück wie eine zärtliche Träne, evozieren mit ihrer unverhüllten Sehnsucht Züge, die durch Wüstenlandschaften und Geisterstädte fahren. So hat das gesamte Album hat einen inneren Zusammenhalt wie eine verrückte Liebesbeziehung, nahezu perfekt in ihren Turbulenzen und Traurigkeiten, absolut wert, daran festzuhalten wegen der Leidenschaft und den Regenschlieren im Sandstein.

http://www.richhopkinsmusic.com/

EINLASS: 19 UHR
SHOWTIME: 21 UHR

 

 

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