TASHA TAYLOR Freitag, 1. Dezember 2017

Tasha Taylor hatte schon immer eine Leidenschaft für Soul und Blues. Das merkt man auch auf ihrem neuen überwältigenden dritten Album Honey For The Biscuit. „Ich bin die Brücke zur nächsten Generation von Rhythm, Blues und Soul“, sagt Tasha. „Es ist sozusagen unser Familienunternehmen – und meine Passion.“

Als die Tochter von R&B-Pionier und Stax-Ikone Johnnie Taylor war Tashas Weg von Beginn an verheißungsvoll. Während manch anderer diesen Namen ausnutzen würde, macht Honey For The Biscuit deutlich, dass Tasha einen eigenen Stil hat.  „Ich begann bereits vor drei Jahren an dieser Platte zu schreiben“, erinnert sich die Sängerin und Produzentin. „Die meisten der Songs schrieb ich mit der Gitarre. Auf diesem Album geht es viel um Herzschmerz, Fehltritte und offene Fragen. Es geht darum etwas Bestimmtes durch jemanden zu finden.“

In Los Angeles aufgenommen bekam Tasha für ihr neues Album kräftige Unterstützung: Nathan Watts am Bass, John Notto und Jon Taylor an der Gitarre, Don Wyatt am Piano, Munjungo Jackson  an den Percussions, Gerry Brown, Ronald Bruner und Stanley Randolph am Schlagzeug sowie Jamelle Williams, Matthew DeMeritt und Lemar Buillary als Bläser. Tasha selbst ist außerdem an der Gitarre und den Percussions zu hören. Honey For The Biscuit ist ein mitreißendes Album, das Soul, Funk und Blues verkörpert. „Ein paar Soulelemente gibt es bei mir immer“, erzählt Tasha. „Diese Platte hat auch einen Hauch Nashville, was auch für mich eine neue Erfahrung war. Drei Songs habe ich zusammen mit Tom Hambridge und Richard Flemming geschrieben (Leave That Dog Alone, How Long und Weatherman). Insgesamt gesehen ist diese Platte dem Blues sehr nahe, sowohl inhaltlich als auch musikalisch. Sie wird die Menschen auch zum Tanzen bringen, also seid bereit dafür!“

Honey For The Biscuit hat nicht nur besondere Songs sondern auch besondere Gäste. Es gibt den leichtfüßigen Gitarrenlick von „Family Tree“ (mit Special Guest Keb‘ Mo‘), den Doo Wop-Refrain von „Little Miss Suzie“ (mit Robert Randolph an der Lap Steel), die energetische, funkige Ode an einen betrügerischen Mann bei „Leave That Dog Alone“ (mit Samantha Fish) und den Song „Same Old Thing“ mit keinem geringeren als Tommy Castro am Mikrophon. „Ich kann mich sehr glücklich schätzen, dass so großartige Künstler an meiner Platte mitgewirkt haben“, erzählt Tasha lächelnd. „Das ist wie Honey für mein Album…“

Selbst in dieser Königsklasse des Blues ist es doch Tashas ergreifender Gesang, der von emotionaler Tiefe zeugt und die Platte zu dem macht, was sie ist. In den Texten geht es unterdessen um ihre Erfahrungen aus einer Zeit des Umbruchs. „Es war schön zurückzublicken auf etwas, das eine wesentliche Momentaufnahme meines Lebens ist. Dabei realisiert man erst, was man alles aus seinen Erfahrungen lernen kann. Es geht oft um die Suche nach etwas, um Liebe, Begierde und das Leben selbst. Wenn ich dieses Album höre, merke ich, dass ich schon eine Menge durchgemacht habe, und ich bin froh, diese Erfahrungen gemacht zu haben.“

Es braucht schon mehr als ein gebrochenes Herz, um sie von ihrem Weg abzubringen. Schaut man sich ihre Vergangenheit an, ist klar, dass Tasha nicht einfach nur das Talent ihres Vaters geerbt hat, sondern auch seine unermüdliche Arbeitsmoral. Obwohl sie zwar im texanischen Dallas aufgewachsen ist, war ihr Zuhause quasi der Tourbus. „Meine Kindheit ist kaum mit der anderer zu vergleichen“, erinnert sie sich. „Ich bin sozusagen auf Tour aufgewachsen. Es ist zwar kein Job, den die Väter anderer Kinder hatten, aber ich habe so viel dabei gelernt, wenn ich ihm vom Bühnenrand aus zusah.“

Für eine Weile sah es aus, als würde Tasha einen anderen Weg einschlagen. Sie zog nach Norden, um an der Boston University Schauspiel zu studieren, bevor sie Nebenrollen in TV-Serien wie Ugly Betty und Dr. House übernahm. Doch die Musik in ihrer DNS ließ sich nicht abweisen, und so komponierte Tasha nebenher Soundtracks für Shows wie Men In Trees und Lipstick Jungle, bevor sie 2008 schließlich ihr Solodebut Revival veröffentlichte.

Drei Jahre später folgte Taylormade: ein brillantes Album aus selbstgeschriebenen Songs, das ihrem verstorbenen Vater mit dem Cover von „Who’s Makin‘ Love“ Respekt zollt. „Er war eine Inspiration“, erzählt sie. „Ich erinnere mich daran, wie es war mit ihm auf Tour zu sein. Wenn ich mich einmal ausgelaugt oder krank fühlte, sagte er: ‚Du musst nicht singen, wenn du dich nicht gut fühlst – oder aber du entscheidest dich, ein richtiger Showhase zu sein.‘ Ich denke, ich werde mich immer für den Showhasen entscheiden.“

Dem Rat und Vorbild ihres Vaters folgend machte sich Tasha einen internationalen Ruf für ihre energiereichen Shows, die das Publikum seine Sorgen vergessen lässt. „Es ist mit sehr viel Energie und Gefühlen verbunden“, erklärt sie. „Auf der Bühne fühle ich die Seele der Musik und gebe deshalb alles in meinen Shows. Ich liebe es zu sehen, wie sich das Publikum mit meiner Musik identifiziert.“

2017 wird Tasha solo durch Europa  touren, im Gepäck ihr Honey For The Biscuit: ihr drittes Album, das all ihr Potenzial offenbart und helfen wird, ihr liebstes Genre und ihren berühmten Nachnamen in einer neue Ära zu tragen. „Wenn nur eine Person dadurch einen neuen Lieblingssong hat“, überlegt sie, „dann bin ich glücklich!“

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